Schnellsiedekurs österreichisches
Signalsystem
Vorwort
Dieses Dokument stellt keineswegs eine korrekte und erschöpfende Abhandlung über österreichische Eisenbahnvorschriften dar, sondern soll es nur ermöglichen sich einigermaßen auf den Strecken im Österreichordner zurecht zu finden. Eine komplette Vorstellung des Signalsystems mit Geschichte ist hier zu finden: http://web.utanet.at/smiderkr/ !
Signale in Österreich
Es wird hier eine Auswahl an Signalen vorgestellt, die wissenswert für österreichische Zusistrecken sind. Einige Signale (Haltestellentafel, Haltepunkttafel, Verschubhalttafel, Wartesignal, Signale für den elektrischen Betrieb) entsprechen den deutschen Ebenbildern.
Lichtsignale
Die Abbildungen zeigen die Signalschirme die in dieser Form seit 1980 verwendet werden. Ältere oder Spezialformen können andere Schirme haben und andere Anordnungen der Optiken haben, aber die einzelnen Signalbegriffe sehen gleich aus. Signalnachahmer werden bei nicht ausreichender Sicht auf das Hauptsignal aufgestellt.
|
Vorsignal |
Signalnachahmer |
Hauptsignal |
Bemerkung |
|
|
|
|
Halt Bei Signalnachahmer mit gelbem Signalbild ist ein 1000Hz-Magnet aktiv. Solche Signalnachahmer haben einen orangen Rand. |
|
|
|
|
Frei (mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit) |
|
|
|
|
Frei mit 40 km/h Der Signalnachahmer zeigt nur an, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung am Hauptsignal zu erwarten ist, aber nicht die erlaubte Geschwindigkeit! |
|
|
|
|
Frei mit 60 km/h Der Signalnachahmer zeigt nur an, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung am Hauptsignal zu erwarten ist, aber nicht die erlaubte Geschwindigkeit! |
Schutzsignale
Schutzsignale gelten für Zug- und Verschubfahrten. Folgt eine Weiche so ist ein Geschwindigkeitsanzeiger angebracht. Es können auch Signalnachahmer am selben Mast angebracht werden. Vorsignale denen ein Schutzsignal folgen kann, haben einen weißen Rand. Bei verkürzten Einfahrten darf, je nach Situation, mit 40 – 20 km/h auf das Schutzsignal eingefahren werden.
|
|
Fahrverbot |
|
|
Fahrverbot aufgehoben |
Verschubsignale
Sie gelten nur für Verschubfahrten, nie für Zugfahrten! Deswegen zeigen Verschubsignale im Fahrweg eines Zuges immer Verschubverbot.
|
|
Verschubverbot |
|
|
Verschubverbot aufgehoben Fahrt auf Sicht, Höchstgeschwindigkeit 40 km/h |
Ersatzsignal &
Abfahrtsignal
|
|
Ersatzsignal |
|
|
Abfahrtsignal Sie existieren in unterschiedlichsten Varianten, es gilt folgender Grundsatz: Wenn es grün blinkt, ist es ein Abfahrtsignal. Es wird an jedem Signal bis zum Ausfahrsignal wiederholt und kann an Bahnsteigen links stehen. |
Formsignale
Links sind die Formsignale noch mit den alten, durchbrochenen Flügeln (1911-1954), mittig haben die Signale einen Einheitsflügel nach deutschem Vorbild bekommen (1954-1984)und auf der rechten Seite sieht man die Signale im heutigen Aussehen ohne Signallampen , aber mit reflektierenden Signalflügeln (1984-).
|
Vorsignal |
Hauptsignal |
|
|
|
|
Halt |
|
|
|
Frei (mit Höchstgeschwindigkeit) |
|
|
|
Frei mit 40 km/h Da Vorsignale nicht die Möglichkeit haben den Hauptsignalbegriff anzukündigen, wird eine planmäßige Abzweigung im Buchfahrplan erzeichnet. Eine außerplanmäßige Abzweigung wird mit „Vorsicht“ angekündigt. |
|
|
|
Frei mit 60 km/h Da Vorsignale nicht die Möglichkeit haben den Hauptsignalbegriff anzukündigen, wird eine planmäßige Abzweigung im Buchfahrplan erzeichnet. Eine außerplanmäßige Abzweigung wird mit „Vorsicht“ angekündigt. Das Schild „60“ weist darauf hin, dass an diesem Signal nicht wie üblich 40 km/h gelten bzw. angekündigt werden, sondern 60 km/h. 1980 wurde dieser Signalbegriff abgeschafft, da die Tafel „60“ inkompatibel mit den Geschwindigkeitsanzeigern (s.u.) war. |
Geschwindigkeitsanzeizer
Geschwindigkeits(vor)anzeiger werden an Vor- und Hauptsignalen angewandt um eine andere Abzweiggeschwindigkeit als 40 und 60 km/h anzuzeigen. Sie zeigen ein Zehntel der erlaubten Geschwindigkeit an. Wie oben erwähnt können sie Schutzsignale ergänzen sowie als Einzelsignale Geschwindigkeitsänderungen im Weichenbereich signalisieren.
|
|
Geschwindigkeitsanzeiger |
|
|
Geschwindigkeitsvoranzeiger Bei Ankündigung ≤ 90 km/h ist ein 1000Hz-Magnet scharf. |
Geschwindigkeitstafeln
Geschwindigkeitstafeln markieren jeden Geschwindigkeitsbruch mit dem Zehntel der gültigen Geschwindigkeit.
|
|
Geschwindigkeitstafel Bis 100 km/h in 5 km/h-Schritten, ab 100 km/h in 10 km/h-Schritten |
|
|
Ankündigungstafel Sie werden nur bei einer Geschwindigkeitsverminderung von mehr als 20% aufgestellt. Bei Ankündigung ≤ 90 km/h ist ein 1000Hz-Magnet scharf. Befindet sich eine Weiche zwischen Ankündigung und Anfang und gilt die angekündigte Geschwindigkeit nur für einen Zweig, so ist ein Hinweispfeil montiert der in die entsprechende Richtung zeigt. |
Langsamfahrsignale
Sie geben ein Zehntel der erlaubten Geschwindigkeit an.
|
|
Ankündigungssignal Bei Ankündigung ≤ 90 km/h ist ein 1000Hz-Magnet scharf. Sollte eine La kurz nach einer anderen folgen und müsste die Ankündigung in der vorherigen La angekündigt werden, so wird das Ankündigungssignal der zweiten La unter das der ersten La montiert. Befindet sich eine Weiche zwischen Ankündigung und Anfang und gilt die La nur für einen Zweig, so ist ein Hinweispfeil montiert der in die entsprechende Richtung zeigt. |
|
|
Anfangssignal Links das bis 1998 verwendete Signal, rechts die neue Variante. |
|
|
Endsignal |
Eisenbahnkreuzungs-Überwachungssignal
Das EKÜS ist an eingleisigen Strecken bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zugelassen.
|
|
EK nicht gesichert Zug muss vor EK anhalten und unter Pfeifsignalen weiterfahren |
|
|
EK gesichert |
Sonstige Signale
|
|
Fahrwegende Bei Bahnhofgleisen die weder Haupt- noch Schutzsignale besitzen, wird das Ende des Einfahrweges mit dieser Tafel gekennzeichnet. An diesem Signal kann einen 2000Hz-Magneten verlegt sein. |
|
|
Schaltstellenpflock Kennzeichnung einer Einschaltstelle für EK. |
|
|
Rautentafel Zeigt den Punkt an dem, bei einer EK mit EKÜS, eine Mindestgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h eingehalten werden muss. Ansonsten schaltet sich die EK-Sicherung vor erreichen der EK wieder ab. |
|
|
Signalhinweis Steht am eigentlichen Standort des Signals und zeigt in die Richtung des tatsächlichen Standortes |
|
|
Richtungspfeil Ist nicht klar auf welches Gleis sich ein Signal bezieht, so wird unter dem Signal ein Richtungspfeil montiert, der in die entsprechende Richtung weist. Befindet sich zwischen Ankündigung und Anfang einer Herabsetzung der Streckengeschwindigkeit oder La eine Weiche und gilt die Ankündigung nur für einen Zweig, so ist ein Richtungspfeil montiert der in die entsprechende Richtung zeigt. |
|
|
Kreuztafel Auf Nebenbahnen kann eine Kreuztafel ein Vorsignal ersetzen. |
|
|
Trapeztafel Bei Bahnhöfen ohne Einfahrsignal ist die Tafel aufgestellt und kennzeichnet die Stelle an der manche Züge anhalten müssen (im Buchfahrplan verzeichnet oder durch schriftl. Befehl angeordnet). |
Buchfahrplan Österreich
Österreichische Buchfahrpläne können zwei Züge auf einer Seite aufnehmen. Oben links und rechts sind die Zugnummer angegeben, in der Mitte Höchstgeschwindigkeit, erforderliche Bremshundertstel (hier in Zusi: Tfz) und Zugfunkkanal. In der Mitte befinden sich Geschwindigkeitsangaben (Spalte 1), kilometrische Lage (Spalte 2) sowie Betriebsstellen und Hinweise (Spalte 3). Links und rechts sind die Fahrzeiten der Züge in Spalte 4-6 eingetragen. Fett und groß geschrieben ist die komplette Spalte 1, Geschwindigkeitsbrüche in Spalte 2, Bahnhöfe in Spalte 3 und Ankunftszeit in Spalte 4.
